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++ Pandemie verschärft Armutsrisiko ++

Etwa jeder Fünfte gilt als armutsgefährdet. Die Corona-Pandemie verschärft die sozialen Probleme. Die Zahl derjenigen, die staatliche Hilfen zum Lebensunterhalt beziehen, ist in Hannover gestiegen. Das zeigt der Armutsbericht, den die Stadt im Sozialausschuss vorgestellt hat. Fast 83.200 Menschen bekamen demnach im ersten Corona-Jahr Geld vom Staat für ihren Lebensunterhalt. Das entspricht einem Anteil an der Stadtbevölkerung von mehr als 15 Prozent. Die meisten beziehen Hartz IV. Seit 2016 hatte die Armut in Hannover kontinuierlich abgenommen. Doch im ersten Corona-Jahr stieg sie erstmals wieder. Den stärksten Zuwachs gab es bei Menschen mittleren Alters zwischen 18 und 59 Jahre. Der aktuelle Bericht zeigt auch, dass jedes vierte Kind in Hannover in einer von Armut betroffenen Familie lebt. Auch die Anzahl der von Altersarmut betroffenen über 60-Jährigen hat sich erhöht. Als armutsgefährdet gilt, wer über weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen regionalen Nettoeinkommens verfügt. Die Schwelle lag 2020 für einen Einpersonenhaushalt bei monatlich 1109 Euro und bei einer Familie mit zwei Kindern bei 2230 Euro. Die Armutsgefährungsquote lag 2019 in Hannover bei 21,4 Prozent. Für 2020 liegen die Daten nur auf Landesebene vor. Für Niedersachsen lag sie im ersten Corona-Jahr bei 17 Prozent.